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Spritzguss oder 3D-Druck, wann lohnt sich was?
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Bis etwa 500 Stück ist der Druck meist im Vorteil, deutlich darüber der Spritzguss. Dazwischen entscheidet das Bauteil. Der Grund ist das Werkzeug: Es kostet einmalig viel und verteilt sich dann auf die Stückzahl. Der Druck hat diese Hürde nicht, zahlt dafür aber je Teil mehr. Wo genau der Umschlag liegt, hängt an Grösse und Geometrie.
Zwei Verfahren, zwei Kostenmodelle
| 3D-Druck | Spritzguss | |
|---|---|---|
| Werkzeugkosten | keine | hoch, einmalig |
| Kosten je Teil | gleichbleibend | sehr niedrig |
| Vorlaufzeit | Tage | Wochen bis Monate |
| Mindestmenge | 1 | vierstellig sinnvoll |
| Änderung am Bauteil | neue Datei | neues Werkzeug |
| Varianten | beliebig | je Variante ein Werkzeug |
| Oberfläche | Schichtstruktur | formglatt |
Die Zeile, die in der Praxis am meisten wiegt, ist die vorletzte. Wer zehn Varianten eines Halters braucht, zahlt im Spritzguss zehn Werkzeuge. Im Druck sind es zehn Dateien.
Wo der Umschlagpunkt liegt
Grobe Orientierung nach Stückzahl
- 1 bis 50ohne Konkurrenz
- Druck
- 50 bis 500meist deutlich günstiger
- Druck
- 500 bis 5000Grösse und Geometrie entscheiden
- kommt darauf an
- über 5000sofern das Bauteil steht
- Spritzguss
Der mittlere Bereich ist der interessante. Dort entscheidet nicht die Stückzahl allein, sondern die Frage, wie sicher das Bauteil ist. Ein Werkzeug lohnt sich nur, wenn die Konstruktion eingefroren ist. Steht noch eine Änderung an, ist ein Werkzeug wirtschaftlich zu früh.
Der Zwischenweg wird oft übersehen
Die erste Serie drucken, das Werkzeug erst danach bauen. So verdient das Produkt seine Werkzeugkosten selbst, und die Erfahrung aus den ersten Hundert Stück fliesst noch in die Form ein. Das ist fast immer der günstigere Weg zum selben Ziel.
Gründe für den Druck jenseits der Stückzahl
Das Bauteil ändert sich noch. Jede Änderung nach dem Werkzeugbau ist teuer. Solange Rückmeldungen aus dem Feld kommen, ist der Druck der ruhigere Weg.
Viele Varianten, kleine Mengen. Ersatzteile, Sondergrössen, kundenspezifische Anpassungen. Genau dort ist der Spritzguss strukturell im Nachteil.
Geometrien, die keine Form kann. Hinterschnitte, innenliegende Kanäle, Gitterstrukturen. Was sich nicht entformen lässt, lässt sich oft drucken.
Zeitdruck. Wochen Werkzeugbau gegen Tage Druckzeit. Wenn ein Termin steht, entscheidet das manchmal allein.
Auslaufende Serien. Wenn ein Werkzeug verschlissen ist und sich ein neues nicht mehr rechnet, hält der Druck die Versorgung aufrecht.
Gründe für den Spritzguss
Er ist bei hohen Stückzahlen unschlagbar günstig, liefert eine formglatte Oberfläche ohne Nacharbeit, erreicht engere Toleranzen und eröffnet die ganze Bandbreite technischer Kunststoffe. Ein gedrucktes Teil kann das im Einzelfall erreichen, aber nicht zum selben Preis je Stück.
Wer hunderttausend gleiche Teile braucht und deren Konstruktion seit Jahren nicht angefasst hat, fährt mit Spritzguss besser.
Wie Sie es für Ihren Fall entscheiden
Drei Angaben genügen für eine belastbare Einschätzung: Stückzahl je Jahr, ungefähre Bauteilgrösse und die Frage, ob die Konstruktion final ist. Daraus lässt sich sagen, wo Ihr Fall liegt, und ob der Druck die Zwischenlösung oder die Dauerlösung ist.
Wie sich der Preis zwischen Einzelstück und Kleinserie verschiebt, steht auf Preise für Geschäftskunden, das Verfahren und seine Grenzen auf Technologie.
