Konstruktion & Design
STL-Dateien erstellen, so geht es
ca. 3 Min.

Eine STL-Datei ist die Beschreibung einer Oberfläche aus lauter kleinen Dreiecken. Jedes CAD-Programm kann sie ausgeben, kostenlose eingeschlossen. Der Weg ist immer derselbe: modellieren, das Volumen prüfen, exportieren, und dabei die Auflösung passend wählen.
Welches Programm
| Einstieg | Technisch | |
|---|---|---|
| Programm | Tinkercad | Fusion, Onshape, FreeCAD |
| Kosten | kostenlos | kostenlos bis Abo |
| Läuft im | Browser | Browser oder lokal |
| Masse nachträglich ändern | mühsam | jederzeit |
| Geeignet für | einfache Körper | Passungen, Funktionsteile |
Für einen ersten Versuch genügt Tinkercad: Es läuft im Browser, ist in einer halben Stunde verstanden und reicht für Halter, Abstandsstücke und Gehäuse mit geraden Flächen.
Sobald Passungen, Gewinde oder spätere Änderungen ins Spiel kommen, lohnt der Umstieg auf ein parametrisches Programm. Der Unterschied: Dort ist ein Mass eine Zahl, die sich ändern lässt, und das ganze Modell zieht nach. In Tinkercad sind spätere Änderungen aufwendiger.
Vom Modell zur Datei
Fünf Schritte bis zur brauchbaren STL
Massstab klären
Millimeter ist die Einheit des Drucks. Wird in Zoll exportiert, kommt das Teil um den Faktor 25.4 skaliert an.
Geschlossenes Volumen bauen
Der Drucker braucht ein Innen und ein Aussen. Flächen ohne Dicke, offene Kanten oder sich durchdringende Körper führen zu Fehlern.
Wandstärken prüfen
Unter etwa 1.2 mm wird eine Wand instabil oder verschwindet ganz. Rippen und freistehende Stege brauchen mindestens diese Dicke.
Exportieren
Als STL binär, nicht als ASCII. Die Auflösung so wählen, dass Rundungen glatt sind, ohne dass die Datei unnötig wächst.
Gegenprüfen
Die Datei einmal im Slicer öffnen und die Vorschau ansehen. Fehler zeigen sich dort sofort, nicht erst auf der Maschine.
Die Auflösung beim Export
STL kennt keine Rundungen, nur Dreiecke. Wie fein ein Kreis angenähert wird, entscheidet die Exporteinstellung, meist „Sehnenhöhe" oder „Toleranz" genannt.
Richtwerte für den Export
- Sehnenhöhekleiner ist selten sichtbar
- 0.01 bis 0.05 mm
- Winkeltoleranz
- ca. 5°
- FormatASCII ist um ein Vielfaches grösser
- binär
- Einheit
- Millimeter
- Sinnvolle Dateigrösseje Datei, so viel nimmt auch das Formular
- unter 25 MB
Zu grob erzeugt sichtbare Kanten an runden Flächen. Zu fein erzeugt eine Datei von mehreren hundert Megabyte, die jeden Slicer ausbremst, ohne dass am gedruckten Teil ein Unterschied zu sehen wäre.
STEP ist oft die bessere Wahl
Wenn Ihr Programm STEP ausgeben kann, schicken Sie STEP. Dort bleiben Rundungen exakte Rundungen statt Dreiecksnäherungen, und Anpassungen an Ihrem Teil sind ohne Rückfrage möglich. STL, 3MF und OBJ nehme ich ebenso an.
Häufige Stolperstellen
Offene Volumen. Zwei Flächen, die sich nicht berühren, ergeben kein druckbares Teil. Die meisten Programme haben eine Prüffunktion dafür.
Vergessene Einheit. Kommt häufig vor: ein Teil kommt in Zentimetern statt Millimetern an und ist zehnmal zu gross. Nennen Sie in der Anfrage ein Referenzmass, dann fällt es sofort auf.
Zu dünne Details. Gravierter Text unter 0.8 mm Strichstärke verschwindet. Wenn Beschriftung wichtig ist, lieber erhaben als vertieft.
Kein Spiel bei Passungen. Zwei Teile, die exakt gleich gross konstruiert sind, passen nicht ineinander. Rechnen Sie je nach Werkstoff mit einigen Zehntelmillimetern Luft.
Und wenn Sie gar nichts modellieren wollen
Dann müssen Sie es auch nicht. Eine bemasste Skizze, ein Foto mit Massstab oder das vorhandene Teil genügen als Grundlage. Die Konstruktion übernehme ich, und Sie bekommen die Datei anschliessend ausgehändigt. Beschreiben Sie Ihren Fall über das Anfrageformular.


