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Kosten & Preise

Was kostet ein 3D-Druck?

ca. 3 Min.

Ein orange gedrucktes Gehäuse zwischen Filamentrolle, Messschieber, Werkzeug und Schweizer Banknoten

Den grössten Anteil hat die Arbeit am Bildschirm, nicht das Material und auch nicht die Maschine. Datei prüfen, Bauteil ausrichten, Stützen setzen, den Slicer einstellen: Diese Vorbereitung fällt an, bevor der Drucker überhaupt anläuft, und sie fällt auch dann an, wenn Sie eine fertige Datei mitbringen. Rund sechzig Prozent des Preises sind menschliche Arbeit.

Deshalb sagt ein Preis pro Gramm wenig aus. Zwei Teile mit identischem Gewicht können sich im Preis um das Vierfache unterscheiden, und der Unterschied liegt fast immer in der Geometrie.

Die vier Posten

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Planung & Druckvorbereitungder grösste Posten, und der am wenigsten sichtbare
35 %
MaschinenzeitDruckdauer, Belegung, Verschleiss
30 %
Nachbearbeitungeine Minute Handarbeit wiegt schwer
25 %
Werkstoffder kleinste Posten, entgegen der Erwartung
10 %

Beispielhafte Verteilung eines typischen Einzelauftrags; die tatsächlichen Anteile hängen vom Bauteil ab. Bei einer Serie fällt die Vorbereitung nur einmal an und verteilt sich auf alle Stücke. Das ist der Grund, warum das zehnte Teil so viel weniger kostet als das erste.

Die Druckdauer schlägt trotzdem durch: Ein Bauteil, das acht Stunden auf der Maschine liegt, ist deutlich teurer als eines, das nach einer Stunde fertig ist. Nur verachtfacht sich damit nicht der Preis, sondern knapp ein Drittel davon.

Was die Druckzeit treibt

Nicht das Gewicht, sondern die Höhe und die Anzahl der Schichten. Der Druckkopf legt Schicht für Schicht ab; jede Schicht kostet eine Überfahrt, unabhängig davon, wie viel Material dabei fliesst.

Zwei Teile, gleiches Gewicht
flach liegendhoch stehend
Bauhöhe20 mm160 mm
Schichten bei 0.2 mm100800
Druckzeitkurzein Vielfaches
Festigkeit längshochgeringer

Die letzte Zeile ist der Grund, warum nicht immer flach gedruckt wird: Gedruckte Teile sind längs der Schichten belastbarer als quer dazu. Wo eine Kraft angreift, entscheidet über die Ausrichtung, und damit manchmal gegen den niedrigeren Preis. Das ist eine bewusste Abwägung, keine Nachlässigkeit.

Ebenfalls teuer: Stützmaterial. Überhänge über etwa 45 Grad brauchen eine Hilfskonstruktion, die anschliessend wieder entfernt wird. Sie kostet doppelt: einmal Druckzeit, einmal Handarbeit.

Wo Sie selbst am meisten sparen

Vier Hebel, absteigend nach Wirkung

  1. Wandstärke und Füllung nicht überziehen

    Ein Funktionsteil braucht selten mehr als 20 Prozent Füllung. Massiv gedruckt kostet dasselbe Teil ein Mehrfaches, ohne nennenswert fester zu werden.

  2. Überhänge vermeiden

    Eine Fase statt einer waagerechten Auskragung spart die gesamte Stützkonstruktion: Druckzeit und Nacharbeit gleichermassen.

  3. Grosse Teile teilen

    Zwei kleinere Hälften, verklebt oder verschraubt, drucken oft schneller und sicherer als ein hohes Einzelteil.

  4. Mehrere Teile gemeinsam beauftragen

    Rüstzeit fällt je Auftrag an, nicht je Teil. Fünf Teile zusammen kosten spürbar weniger als fünfmal ein Teil.

Der wirksamste Hebel liegt vor dem Druck

Wer die Geometrie vor der Anfrage anpasst, spart mehr als jede Verhandlung über den Stundensatz. Schicken Sie die Datei gern vorab. Ich sage Ihnen, welche Änderung sich lohnt, bevor ein Auftrag entsteht.

Was den Preis kaum bewegt

Die Farbe. Filamentfarben kosten dasselbe. Sonderfarben können Wartezeit verursachen, aber keinen Aufschlag.

Kleine Detailänderungen. Ein Loch mehr oder eine geänderte Beschriftung ändern an der Druckzeit fast nichts. Solche Anpassungen sollten Sie nicht aus Kostengründen unterlassen.

Die Stückzahl eins. Es gibt keine Mindestabnahme. Ein Einzelteil ist pro Stück teurer als zehn, aber es ist ausdrücklich möglich. Die Rüstzeit verteilt sich dann eben nicht.

Warum hier keine Zahlen stehen

Eine Preisangabe, die für Ihr Bauteil nicht zutrifft, ist schlechter als keine. Ich nenne Richtwerte dort, wo sie belastbar sind: auf der Seite Preise stehen durchgerechnete Beispiele mit Teil, Werkstoff, Gewicht und Lieferzeit. Daran lässt sich die eigene Anfrage einordnen.

Für alles andere gilt der kürzere Weg: Datei, Skizze oder Foto schicken. Sie bekommen ein Angebot mit den vier Posten von oben, aufgeschlüsselt, und wissen dann genau, wofür Sie zahlen.

Patrick Stratil, Gründer von Printerking

Geschrieben von Patrick Stratil

Ich fertige die Teile, über die ich hier schreibe, in meiner Werkstatt in Root LU.

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Eine Datei, eine Skizze oder ein Foto des defekten Teils genügt. Sie erhalten ein Angebot oder eine gezielte Rückfrage.

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