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Materialien erklärt

Welches Material ist wetterfest?

ca. 3 Min.

Ein dunkles, regennasses Gehäuse an einem Mast, dahinter eine Alpenlandschaft im Gewitterlicht

Für dauerhaften Ausseneinsatz ist ASA die erste Wahl. Es hält UV-Strahlung stand, ohne zu verspröden, und verträgt Temperaturwechsel. PETG geht für geschützte Stellen; für dauerhafte Aussenanwendungen empfehle ich PLA nicht. Der Gegner ist dabei seltener der Regen als die Sonne.

Was draussen tatsächlich passiert

Drei Dinge wirken gleichzeitig, und sie wirken verschieden.

UV-Strahlung zerlegt die Molekülketten im Kunststoff. Das Teil verfärbt sich, die Oberfläche wird kreidig, und die Bruchdehnung sinkt. Irgendwann bricht es bei einer Belastung, die es im ersten Jahr mühelos getragen hätte. Das ist der häufigste Ausfallgrund, und er kündigt sich kaum an.

Wärme ist der zweite. Ein dunkles Bauteil in der Sonne wird deutlich heisser als die Umgebungsluft. 60 Grad an einer Südfassade sind im Sommer keine Ausnahme, und damit ist PLA bereits ausserhalb seines Bereichs.

Feuchtigkeit ist der harmloseste der drei, solange das Teil abtrocknen kann. Kritisch wird es bei Frost: Wasser in einer Fuge oder in einer offenen Schichtstruktur dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt das Material auf.

Die beiden Kandidaten für draussen
ASAPETG
UV-Beständigkeitsehr gutmässig
Formbeständig bis100 °C69 °C
Frostwechselgutgut
Schlagzähigkeitgutgut
Verzug beim Druckdeutlichgering
Erwartete StandzeitJahreMonate bis Jahre

Die Rangfolge

Werkstoffwahl nach Einsatzort

Volle Sonne, dauerhaft
ASA
Aussen, aber im Schatten
ASA oder PETG
Überdacht, Balkon, Carport
PETG
Nur zeitweise draussen
PETG
Gartendeko, ein SommerPLA verzieht sich
PETG
Im Erdreich, dauerhaft feuchtgeschlossene Wandstärke
ASA

PLA ist hier bewusst nicht aufgeführt. Es beginnt bei etwa 57 Grad weich zu werden, nimmt Feuchtigkeit auf und verliert unter UV-Strahlung innerhalb weniger Monate seine Festigkeit. Für ein Teil, das einen Sommer überstehen soll, mag es reichen. Für längere Einsätze ist ein anderer Werkstoff die verlässlichere Wahl.

Was Sie über den Werkstoff hinaus tun können

Der Werkstoff ist die halbe Miete, die Konstruktion die andere.

Dickere Wände. Draussen sind zwei bis drei Millimeter sinnvoll statt der üblichen 1.2. Das Teil verzeiht dann auch beginnende Versprödung.

Höherer Füllgrad. 30 bis 40 Prozent statt 20. Wasser findet weniger Hohlräume, in denen es gefrieren kann.

Keine waagerechten Mulden. Wo sich Wasser sammelt, beginnt der Schaden. Ein Grad Neigung genügt oft schon.

Dunkle Farben meiden. Schwarz wird in der Sonne erheblich wärmer als hell. Bei einem grenzwertigen Werkstoff entscheidet das über die Standzeit.

Lackieren hilft mehr, als man denkt

Eine UV-beständige Lackschicht verlängert die Lebensdauer eines gedruckten Teils deutlich, weil sie die Strahlung abfängt, bevor sie den Kunststoff erreicht. Bei Teilen, die ohnehin farbig sein sollen, ist das der günstigste Schutz überhaupt.

Wenn es wirklich dauerhaft halten muss

Für tragende oder sicherheitsrelevante Aussenteile ist auch ASA nicht immer die Antwort. Dann sind faserverstärkte Werkstoffe, ein anderes Fertigungsverfahren oder eine metallische Lösung die bessere Empfehlung. Ich sage das vor dem Angebot, nicht nach dem ersten Winter.

Alle Kennwerte im Vergleich stehen auf Materialien. Für Ihren konkreten Fall genügt eine kurze Beschreibung: wo das Teil sitzt, wie lange es halten soll und was darauf wirkt.

Patrick Stratil, Gründer von Printerking

Geschrieben von Patrick Stratil

Ich fertige die Teile, über die ich hier schreibe, in meiner Werkstatt in Root LU.

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