Direkt zum Inhalt
Zurück zur Übersicht

3D-Druck Grundlagen

Wie funktioniert 3D-Druck?

ca. 3 Min.

Die Düse eines 3D-Druckers legt orangen Kunststoff Schicht für Schicht ab, im offenen Bauteil liegt die Wabenfüllung frei

Eine Düse schmilzt Kunststoffdraht und legt ihn in dünnen Bahnen auf eine Platte. Ist eine Lage fertig, senkt sich die Platte um Bruchteile eines Millimeters, und die nächste Lage entsteht darauf. So wächst das Bauteil von unten nach oben. Dieses Verfahren heisst FDM und ist das verbreitetste.

Der Weg vom Modell zur Maschine

Vier Stufen

  1. 3D-Modell

    Ein Volumenmodell aus dem CAD, ein Scan oder eine fertige Datei. Der Drucker braucht ein geschlossenes Volumen, keine Zeichnung.

  2. Zerlegen in Schichten

    Eine Software, der Slicer, schneidet das Modell in waagerechte Scheiben und berechnet für jede den Weg der Düse.

  3. Drucken

    Die Maschine fährt diese Wege ab. Bei 0.2 mm Schichthöhe sind das für ein handgrosses Teil einige hundert Lagen.

  4. Nachbearbeiten

    Stützen entfernen, Kanten brechen, bei Bedarf schleifen, glätten oder verkleben.

Die zweite Stufe hat mehr Einfluss, als man ihr von aussen ansieht. Der Slicer entscheidet über Wandstärken, Füllgrad, Stützkonstruktion und die Reihenfolge der Bahnen, und damit über Festigkeit, Druckzeit und Aussehen. Dieselbe Datei kann je nach Einstellung ein brauchbares oder ein unbrauchbares Teil ergeben.

Warum die Ausrichtung über die Festigkeit entscheidet

Ein gedrucktes Teil ist kein homogener Block. Innerhalb einer Schicht sind die Bahnen fest miteinander verschmolzen, zwischen zwei Schichten ist die Bindung schwächer. Belastung längs der Schichten hält das Teil gut aus, Belastung quer dazu deutlich schlechter.

Deshalb beginnt die Auftragsvorbereitung meist nicht beim Material, sondern bei der Kraft: Wo greift sie an, in welche Richtung wirkt sie. Daraus folgt die Lage auf der Druckplatte, und aus der Lage folgt der Rest.

Ein Bauteil hat eine Vorzugsrichtung

Dasselbe Teil kann je nach Ausrichtung auf der Platte um ein Mehrfaches belastbarer sein. Das kostet nichts, es muss nur jemand vor dem Druck entscheiden.

Was die Maschine leisten kann

Grössenordnungen im FDM-Verfahren

Schichthöhefein bis schnell
0.10 bis 0.32 mm
Masshaltigkeitauf 100 mm Kantenlänge
± 0.2 mm
Wandstärke, sinnvolles Minimum
ca. 1.2 mm
Überhang ohne Stütze
bis ca. 45°
Füllgrad Funktionsteil
15 bis 25 %

Die Schichthöhe ist der wichtigste Kompromiss. Fein bedeutet glatte Flanken und lange Druckzeit, grob bedeutet sichtbare Stufen und ein Bruchteil der Zeit. Für die meisten Funktionsteile liegt der vernünftige Wert in der Mitte.

Was der Druck nicht kann

Er ist kein Ersatz für jedes Verfahren. Schwebende Bereiche brauchen eine Stützkonstruktion, die anschliessend entfernt wird und Spuren hinterlässt. Sehr feine Details unterhalb des Düsendurchmessers gehen verloren. Und Oberflächen erreichen ohne Nacharbeit in der Regel nicht die Glätte gespritzter Teile.

Wo genau die Grenze verläuft, hängt an Maschine und Werkstoff. Die Maschinentabelle mit Bauräumen und erreichbaren Toleranzen steht auf Technologie, die Werkstoffe mit ihren Kennwerten auf Materialien.

Wer das lieber einmal an der Maschine sieht, statt es nachzulesen: Der Einsteigerkurs dauert eineinhalb Stunden, und das selbst konstruierte Teil geht am Ende mit nach Hause.

Patrick Stratil, Gründer von Printerking

Geschrieben von Patrick Stratil

Ich fertige die Teile, über die ich hier schreibe, in meiner Werkstatt in Root LU.

Ihr Bauteil, konkret besprochen.

Eine Datei, eine Skizze oder ein Foto des defekten Teils genügt. Sie erhalten ein Angebot oder eine gezielte Rückfrage.

Angebot anfordernKontakt aufnehmen